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DSLV fordert: Maut-Erhöhung muss um ein Jahr verschoben werden

Durch die Maut-Erhöhung zum Jahreswechsel kommen auf die deutschen Speditionen nach Angaben ihres Verbandes Belastungen von rund zwei Milliarden Euro zu. Mit Blick auf die aktuelle Finanzkrise sieht der Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes, Michael Kubenz deutlich weniger Probleme, würde die Erhöhung der Autobahngebühr um ein Jahr verschoben.

„Ein solcher Kostenschub ist nicht gerechtfertigt und wird den Standort Deutschland erheblich belasten“, sagte Kubenz vor Beginn des DSLV-Unternehmertages am Freitag in Mannheim. Viele Firmen würden wegen der Zusammensetzung ihrer Fahrzeugflotte rund 19 Cent pro Kilometer zahlen müssen. Dies gefährde zahlreiche Existenzen im Lastwagengewerbe.  „Die Mehrbelastungen fallen letztlich auf die Gesamtwirtschaft und den Verbraucher zurück“, sagte Kubenz. „Die bittere Folge: zunehmende Pleiten in der Transport- und Logistikbranche und Arbeitsplatzverluste vor allem im mittelständische Bereich.“ Zudem werde die geplante Erhöhung der Gebühr deutlich teurer ausfallen, als bislang von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) angekündigt. Während die Firmen mit 19 Cent pro Kilometer rechnen, gibt die Bundesregierung bislang eine Anhebung des durchschnittlichen Mautsatzes von 16,3 Cent an. Derzeit beträgt dieser etwa 13,5 Cent.

Als Lösung schlägt Kubenz eine internationale Verknüpfung aller Verkehrsträger vor, wie es zum Beispiel bereits beim Flughafen mit der Möglichkeit zum Umsteigen auf die Bahn ermöglicht wird. Es gebe schon entsprechende Einrichtungen für Bahn, Straße und Binnenschifffahrt zum Beispiel in Ludwigshafen. „Wir müssen sie aber ausbauen“, forderte Kubenz. „Doch anstatt zu investieren werden die Mittel reduziert.“ Nach seinen Angaben fehlen ein bis zwei Milliarden Euro, um die nötige Infrastruktur zu schaffen. „Eine lächerliche Summe angesichts des derzeitigen Rettungspaketes für die Banken.“

Der DSLV wurde im Jahr 2003 gegründet. Zusammengeschlossen haben sich darin die beiden wichtigsten Interessenvertretungen der Branche – der Bundesverband Spedition und Logistik (BSL) und die Vereinigung Deutscher Kraftwagenspediteure (VKS). Mit rund 4000 Mitgliedern repräsentiert der DSLV nach eigenen Angaben etwa 90 Prozent des bei rund 55 Milliarden Euro liegenden Branchenumsatzes.

DB Schenker News, 21.10.2008

Letzte Aktualisierung: 21.10.2008

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