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Messen/Spezialverkehre

Schwertransport Dortmund - Hattingen

Bei Schwertransporten geht es um's gute Ankommen. Mit zweieinhalb Stundenkilometern von Dortmund nach Hattingen.

Im Transportwesen gilt häufig das Primat der Schnelligkeit. Bei Spezialtransporten hingegen geht es in erster Linie darum, das Transportgut sicher und heil ans Ziel zu bringen. Oft ist dabei Millimeterarbeit gefragt.

Bei Schwertransporten nimmt allein die Planung von Fahrzeugen und Streckenverlauf inklusive Einholung von Sondergenehmigungen und Polizeifreigaben oft mehrere Wochen in Anspruch. Mit einem besonderen Kaliber hatten es die Spezialtransport-Experten der
Schenker Deutschland AG aus Hagen im Spätsommer 2012 zu tun. Komponenten einer Karusselldrehmaschine sollten vom Hafen Dortmund zum Kunden nach Hattingen transportiert werden. Die Ausmaße der zu transportierenden Maschinenteile waren selbst für erfahrene Profis eine Herausforderung, wie Karl Hammerschmidt, Leiter Spezialverkehre der Geschäftsstelle Hagen, einräumt. Insgesamt vier Fahrzeuge wurden eingesetzt: Zwei 20-Achser, ein 14-Achser und ein Schräglader transportierten die bis zu siebzehneinhalb Meter langen Komponenten an den Bestimmungsort.
Die eingesetzten Fahrzeuge hatten eine Breite von bis zu 7,50 Metern, waren bis zu 5,55 Meter hoch und trugen je ein Gewicht von bis zu 135 Tonnen. Die transportierten Maschinenkomponenten waren bis zu 17,40 Meter lang.

Spezialtransport ist Teamarbeit
Ein Schwertransport fährt nie unbegleitet. Zum einen wird er – besonders bei Ausmaßen wie in diesem Fall – von der Polizei begleitet, zum anderen ist ein komplettes Team auf den Beinen, steht permanent in Funkkontakt zueinander und steuert, reguliert und koordiniert sich gegenseitig. Zum Team Dortmund-Hattingen gehörte ein Werkstattwagen, ein Fahrzeug mit Hubsteige, damit unterwegs Ampeln weggedreht und wieder zurückgedreht werden konnten, sowie ein Abschleppwagen, der so manches Anwohnerfahrzeug, das trotz Parkverbotes den Fahrweg blockierte, kurzerhand entfernt hat. „Natürlich haben wir alle Pkw anschließend wieder an Ort und Stelle abgestellt. Und selbstverständlich haben wir hier völlig gesetzmäßig und im Einvernehmen mit den begleitenden Polizeibeamten gehandelt“, betont Hammerschmidt. Unterwegs mussten die Transporter über eine extra angelegte Baustraße einer Autobahnbrücke ausweichen, die für die Fahrzeuge zu niedrig gewesen wäre. Als eine andere Autobahnbrücke überquert werden musste, haben die technischen Begleiter eines der Fahrzeuge um zwei weitere Achsen ergänzt, um der Statik der Brücke gerecht zu werden.

Unverhofft kommt oft
„Bei aller Planung kann es passieren, dass unterwegs Hindernisse auftauchen, mit denen zunächst nicht zu rechnen war. Da ist es die beste Vorbereitung, auf alles gefasst zu sein“, sagt der Experte für Spezialtransporte. In diesem Fall überquerte eine Rohrbrücke, die zu einer Baustelle gehörte, den Fahrweg. Diese Brücke war erst kurz vor dem geplanten Transport errichtet worden. Zum Unterqueren war sie zu niedrig und zu schmal. Also wurden im Vorfeld zwei Kranwagen organisiert, die dem Transportkonvoi vorausfuhren und die Brücke soweit anhoben, dass die Spezialtransporter ungehindert hindurch fahren konnten. Als der Transportzug an ein Möbelhaus kam, das die Bundesstraße 1 zwischen Bochum und Dortmund überspannt, blieben zwischen Transportgut und Überspannung ganze zwei Zentimeter Platz. Karl Hammerschmidt: „An solchen Stellen tasten sich die Transporter ganz langsam voran. Würden wir irgendwo anecken, hätte das schließlich verheerende Folgen!“ Nach insgesamt dreizehn Stunden war die Strecke, die „nur“ zweiunddreißig Kilometer lang ist, geschafft. „Geschwindigkeitsrekorde stellen wir nicht auf“, stellt Hammerschmidt nüchtern fest. „Aber die wichtigsten Eigenschaften, die ein Team für einen Schwertransport mitbringen muss, sind neben der Professionalität und Erfahrung ein gutes Maß an Nervenstärke und Geduld“, urteilt er. Und dies haben die Spezialtransport-Experten der Schenker Deutschland AG! 

Letzte Aktualisierung: 22.04.2013

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