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Thermal-Vakuum-Kammer

15 Kubikmeter Weltraum

Was ganz nüchtern als „Thermal-Vakuum-Kammer“ bezeichnet wird, ist so etwas wie der Weltraum auf Erden. Zumindest perfekt simulierte 15 Kubikmeter davon.

Dieses Stückchen Himmel hat das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen an seinem neuen Standort aufstellen lassen.   

120 Meter in sechs Stunden klingt nicht gerade nach einem Geschwindigkeitsrekord. Aber der war auch gar nicht gefragt. Was für das Team der Geschäftsstelle Hannover „nur eine Vakuum-Kammer mit zwölf Tonnen Gewicht“ war, ist für das Max-Planck-Institut ein hochempfindliches technisches Versuchsgerät, in dem unter Weltraumbedingungen Instrumente für künftige Missionen im All getestet werden. Die Aufgabe bestand nicht nur in Transport und Einbringung in den künftigen Reinraum des Instituts, sondern vor allem darin, die Kammer präzise am neuen Standort aufzustellen, ohne dass der Fußboden auch nur eine einzige Schramme abbekommt. Und so werden zwölf Tonnen durchaus zu einer Herausforderung. Der Transport vom Herstellungsort Bexbach in der Nähe von Landstuhl nach Göttingen war noch Routine. Vor Ort angekommen, begann der knifflige Part der Aufgabe. Zum Abladen hatte das Team um Thomas Preuß von der Geschäftsstelle Hannover (Messen/Spezialverkehre) einen Kran bestellt, der die Vakuum-Kammer vorsichtig vom Lkw hob. Genauso vorsichtig musste es weitergehen: Für den Transport innerhalb des Institutsgebäudes durften keineswegs die sonst üblichen Schwerlastrollen eingesetzt werden, „damit hätten wir den empfindlichen Fußboden garantiert verkratzt“, sagt Preuß. Deshalb haben die Experten von DB SCHENKERspecial eine besondere Luftkissen-Anlage benutzt, auf der die schwere Kammer beinahe schwebend in den künftigen Reinraum gebracht werden konnte. Insgesamt sechs Luftkissen, die von einem 12-bar-Kompressor versorgt wurden, kamen zum Einsatz. So steuerten vier Mitarbeiter der Schenker Deutschland AG das schwere Teil umsichtig und Meter für Meter in Richtung Standort. Gegen Mittag war das Ziel erreicht. Die Vakuum-Kammer wurde vorsichtig zu Boden gelassen und fachgerecht aufgestellt. Fußboden, Wände und Durchgänge im Institut blieben schrammenfrei. Einen Tag nach der Einbringung wurde der Raum durch das Institut verschlossen, im nächsten Schritt wird er nämlich in einen Reinraum umgewandelt.

Letzte Aktualisierung: 25.03.2014

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